MADRID: Menschen im Park – FOTOWALK

Was machen Menschen im Park? Andere Menschen beobachten. Das haben zumindest wir gemacht. Mit der Kamera. Wir sahen Madrilenen, die im Grünen sitzen oder stehen, reden oder schweigen, Sport treiben, Händchen halten oder sich einfach ausruhen. Schlafen. Auf der Parkbank. Im Schatten. Bei über 30 Grad. Wunderbar.

 

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Der Zeitungsleser hat sich zum Ausruhen im Botanischen Garten von Madrid eine stilvolle Parkbank aus Stein ausgesucht. Der Mann hat Geschmack.

 

 

Lesen und Schlafen zählen nach Augenschein zu den beliebtesten Tätigkeiten in den Parks von Madrid – gerne auf einer Parkbank in einst der königlichen Familie vorbehaltenen Gärten. Ein Königreich für eine Parkbank!

 

Frauen lieben Gärten, auch in Madrid. Hitzeerfahrene Spanierinnen sind mit Fächer ausgestattet, Touristinnen mit Selfie-Sticks. Madrileninnen ist Mode wichtig, auch oder gerade, wenn es in den Garten geht. In den Parks wirken ihre Sommerkleider wie schwebende Farbtupfer auf einer Leinwand aus grünem Blattwerk.

 

Es ist doch erstaunlich: Selbst bei Temperaturen weit über 30 Grad gibt sich mancher Madrilene sportlich. In dem neu angelegten Park „Madrid Río“ geht es für Fußgänger, Jogger, Inlineskater und Radfahrer auf geschwungenen Wegen an Bäumen und Beeten entlang. Die laute Stadtautobahn an gleicher Stelle hat man aufwändig unter die Erde verlegt. So entstand Platz für 33.000 neue Bäume und Raum für Uferromantik direkt am Fluss Manzanares.

 

Auch wenn Madrilenen eigentlich Gesellschaft sehr schätzen und von sich selbst behaupten, sie würden gerne reden, ist wohl auch für sie nichts kontemplativer als ein Gartenbesuch ganz alleine. Schweigsam. Einfach sitzen im Park, mit sich allein, mit einem Buch oder mit seinem Smartphone. Wunderschön sitzt es sich am Wasserbecken im Hausgarten des Künstlers Joachín Sorolla (1863–1923). Der Maler, der als Meister des Lichts des Südens gilt, hat seinen Garten im maurischen Stil mit typischen bunten Kacheln gestaltet.

 

Da strömen sie hinein – ob Touristen oder Madrilenen – in den „Parque de El Retiro“, der 125 Hektar großen grünen Seele der Stadt. Dort wachsen über 15.000 Bäume, quasi wie zur Auswahl, wessen Schatten man denn nutzen möchte. Ein großartiger Ort, um Menschen zu studieren.

 

Aber auch im quirligen, lebendigen Madrid gibt es sie: die stillen Gartenbesucher. Im leisen Gespräch mit dem Liebsten, mit der Freundin, mit sich selbst oder mit den Pflanzen. Madrid, te quiero verde!

 

 

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Bei Blasen an den Füßen kann eine Parkbank zum Nothelfer mutieren.

 

WAS IST NOCH GUT ZU WISSEN?

INFORMATION: Haus und Garten des Malers Joaquín Sorolla liegen mitten im Zentrum von Madrid im Stadtteil Chamberí, etwa zwei Kilometer vom Prado entfernt. Der spanische Künstler lebte und arbeitete in der Villa von 1911 bis zu seinem Tod 1923. Maurische Vorbilder haben ihn bei der Anlage des Gartens inspiriert. Das Haus samt Atelier und auch der Garten sind als Museum zu besichtigen. www.museosorolla.mcu.es
Der Botanische Garten von Madrid befindet sich gleich neben dem Prado und ist tagsüber mit Eintritt zu besichtigen. www.rjb.csic.es
Der Kristallpalast „Palacio de Cristal“ im Retiro-Park wurde 1887 gebaut, um tropische Pflanzen von der damaligen spanischen Kolonie Philippinen auszustellen. Heute gedeiht dort zeitgenössische Kunst. Ein schöner Kontrast zur grünen Umgebung des „Buen Retiro“.
Der Park Madrid Río liegt gleich neben dem Stadium Vicente Calderón des legendären Fußballklubs Atlético Madrid. Der Verein soll aber bald an einen anderen Ort umziehen und das Stadiumgelände frei werden. Dann kann der große Uferpark noch größer werden.

LITERATUR-TIPP: Das „MERIAN Madrid“ ist eine gute Vorbereitung für einen Besuch in der spanischen Hauptstadt. Die Geschichten und Fotos in diesem MERIAN-Heft (10/2015) machen Appetit auf Madrid, auch auf die grünen Sehenswürdigkeiten der Stadt.

WEITERE INFOS ZUM REISELAND Spanien und zu Madrid: www.esmadrid.com  Dort finden Sie auch eine Rubrik über Parks und Grünanlagen von Madrid. www.spain.info (beide Seiten auch auf Deutsch)

 


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