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Hier finden Sie Aktuelles zu besonderen Ereignissen in Gärten oder Parks, die eine Anreise wert sind. Sie erhalten Hinweise zu außergewöhnlichen Festen in Gärten und Parks, ebenso wie zu Ausstellungen zum Thema „Gärten“.  vonREISENundGAERTEN filtert aus der Fülle von Veranstaltungshinweisen einige empfehlenswerte heraus, um Sie vorab zu informieren.

 

TIPP: „Collecting in the Clouds: Early 20th Century Plant Discoveries“


WAS:
Ausstellung

WANN: 10.11. 2017 – 02.03.2018

WO: London / RHS Royal Horticultural Society Lindley Library / Großbritannien

WIE: Die Ausstellung erzählt die Geschichte englischer Pflanzensammler in China und Tibet im frühen 20. Jahrhundert. Zu der Zeit gab es auf der Welt noch große Gebiete mit unerforschter Botanik. Die Präsentation widmet sich vier Pflanzenjägern, die vor rund einem Jahrhundert im östlichen Teil des Himalaya unterwegs waren, um neue, noch unbekannte Pflanzen ausfindig zu machen: George Forrest, Reginald Farrer, William Purdom und Frank Kingdon-Ward. Die Schau schildert sowohl ihre Herausforderungen und teils abenteuerlichen Erlebnisse als auch die Bedeutung ihrer Sammelarbeit. Und nicht zuletzt geht es um die Auswirkung ihrer Pflanzenfunde auf unsere Gärten.

INFO:  www.rhs.org.uk/shows-events

Plant specimens being pressed under large rocks at George Forrest’s campsite in the Lichiang Range. Image courtesy Royal Botanic Garden Edinburgh and RHS Libraries.

 

TIPP-LITERATUR: Wer unabhängig von dieser Ausstellung mehr über deutsche Pflanzensammler in fernen Welten der Vergangenheit erfahren möchte, sollte das Buch „Pflanzenjäger“ lesen. Die beiden Autorinnen erzählen dort kenntnisreich von der mühsamen und aufregenden Pflanzensuche bedeutender „Pflanzenpiraten“ vom 17. bis zum 20. Jahrhundert wie Adelbert von Chamisso, Philipp Franz von Siebold und Georg Schweinfurth. Die Botanikfans brachten viele exotische Pflanzen mit, die später in europäischen Gewächshäusern und Wintergärten blühten. So schaffte allein Alexander von Humboldt mehr als 6.000 Pflanzen von Mittel- und Südamerika nach Europa.

Pflanzenjäger: In fernen Welten auf der Suche nach dem Paradies

Kej Hielscher, Renate Hücking
Piper-Verlag, 2007
ISBN 978-3-492-24163-2

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TIPP: „Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes“


WAS:
Ausstellung

WANN: 11.11. 2017 – 14.01.2018

WO: Frankfurt a.M. / Städel Museum / Deutschland

WIE: Die Präsentation widmet sich der naturgeschichtlichen Blumen- und Pflanzendarstellung in Zeichnung und Druckgrafik vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Maria Sibylla Merian (1647 -1717) – Kupferstecherin, Blumen- und Insektenmalerin, Naturforscherin und Forschungsreisende – steht im Zentrum der Ausstellung. In 2017 ist ihr 300. Todestag. Die begabte Malerin, insbesondere von Schmetterlingen, reiste 1699 nach Surinam. Ein wirkliches Abenteuer zur damaligen Zeit. Später wurde Maria Sibylla Merian, die in Frankfurt geboren wurde, berühmt.

In der Tradition von Florilegien (Blumenbüchern) ausgebildet, entwickelte sich die Maria Sibylla Merian zu einer Naturforscherin, die zunächst der Metamorphose von Raupen und Schmetterlingen und zugleich der Symbiose von Insekten und Pflanzen nachging. Die Ergebnisse ihrer an den Stationen Nürnberg, Amsterdam sowie der niederländischen Kolonie Suriname in Südamerika unternommenen Forschungen publizierte sie nicht nur in Deckfarbenzeichnungen von höchster künstlerischer Qualität, sondern auch in illustrierten Büchern mit Kupferstichen und Radierungen, darunter das zwischen 1702 und 1705 veröffentliche Hauptwerk Metamorphosis insectorum Surinamensium.

Pflanzen- und Blumenkunst
Ausgehend von diesen zentralen Arbeiten verfolgt die Ausstellung anhand von rund 100 Werken von Merian, ihren Vorläufern, Zeitgenossen und Nachfolgern die vielfältigen künstlerischen Ausdruckformen in der Darstellung von Blumen und naturkundlicher Bildthemen. Sie umfasst neben floralen Ornamentstichen etwa von Martin Schongauer, Apotheker- und Kräuterbücher des frühen 16. Jahrhunderts, Pflanzenstudien aus dem Umkreis von Albrecht Dürer, Naturstudien von Georg Flegel und Georg Hoefnagel aus der Zeit um 1600 sowie Florilegien, die Merians Werk unmittelbar vorausgingen. Blumenkompositionen von Barbara Regina Dietzsch und ihrem Umkreis aus dem 18. Jahrhundert sowie einige Beispiele romantischer Blumendarstellungen runden die Präsentation ab. (Pressetext des Veranstalters, Copyright der Bilder wie jeweils angegeben, Copyright vom Beitragsbild: Maria Sibylla Merian: Buschrose mit Miniermotte, Larve und Puppe, 1679, Aquarell auf Pergament, Städel Museum, Frankfurt am Main, © Foto: Städel Museum – U. Edelmann – ARTOTHEK)

INFO: www.smb.museum.com

TIPP-LITERATUR: Zur Ausstellung ist ein ausführlicher Katalog veröffentlicht worden, der voller phantastischer Abbildungen steckt. Die zeigen nicht nur die Blumen von Maria Sibylla Merian, sondern auch von anderen Pflanzenmalern ihrer Zeit, wie etwa die farbenprächtigen Bilder von Johann Walter d.Ä. Besonders gut gefällt mir das Bild von Hans Simon Holtzbecker, welches den Barockgarten des Kaufmanns Caspar Anckelmann in Hamburg um 1669 zeigt. Ein prächtiger Garten mit der Stadt im Hintergrund!
In dem Beitrag von Anne Schattmann, einer von vielen interessanten Artikeln im Katalog zum Thema Blumen- und Pflanzenbilder, erfuhr ich, dass der Garten verrückte Kaufmann am Ende Pleite ging. Er suchte das Weite und sein grünes Paradies wurde daraufhin versteigert. Ende des 18. Jahrhunderts verschwand der Garten ganz. Nur in seiner wunderbaren Abbildung, die sowohl in der Ausstellung als auch im Katalog zu sehen ist, lebt dieser Hortus fort.

Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes
Hg. von Michael Roth u.a.
Hirmer-Verlag, 2017
ISBN 978-3-7774-2787-4
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Lesen Sie auch das Interview mit der Blumenkünstlerin des 21. Jahrhunderts: Rebecca Louise Law.


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