FRANKREICH: Bois des Moutiers – Wim Wenders Musen-Garten

Warum ist Wim Wenders in die Normandie gereist und hat sich als Drehort Bois des Moutiers gewählt? Für seinen neuen Film „Submergence“ drehte der deutsche Filmregisseur mit den Schauspielern Alicia Vikander und James McAvoy in dem Anwesen mit der großen Park- und Gartenanlage. Warum gerade dort?  vonREISENundGAERTEN besuchte in Frankreich den von der englischen Gartenmeisterin Gertrude Jekyll gestalteten Garten und sprach mit dem Hausherrn Antoine Bouchayer-Mallet über die Magie des Ortes.

 

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Geheimnisvoll – Bois des Moutiers in der Normandie

 

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Antoine Bouchayer-Mallet

Antoine Bouchayer-Mallet, groß, Mehrtagesbart, empfängt mich. Er ist einer von elf Eigentümern von Bois des Moutiers – des Gartens, der zu den bekanntesten in der Normandie gehört. Der Franzose in den Fünfzigern ist ein Mann, der weiß, was er kann, was er will. Er zählt zu jenen Persönlichkeiten, die andere Menschen in ihren Bann ziehen. Ihm hört man zu. Aus dem Nichts heraus gibt er eine Kostprobe.

Unvermittelt wendet sich Antoine einer Gruppe von Gartenbesuchern zu und beginnt eine Unterhaltung. Ob sie den Duft der Rhododendronblüte wahrgenommen hätten, fragt er sie. Der „Rhododendron Fragrantissimum“ sei einer der raren Rhododendren, dessen Blüten auch duften. Das ist etwas Besonderes. Einige Frauen aus der Gruppe gehen nochmals zu der weiß blühenden Pflanze zurück und riechen an ihr: Ja, tatsächlich, die Blüte duftet. Da erstrahlt ein glückseliges Lächeln auf ihren Gesichtern. Und schon hängen sie an Antoines Lippen. Diese scheinen Geheimnisse zu offenbaren.

Zur Seele der Pflanzen
In kürzester Zeit gelingt es Antoine Bouchayer-Mallet, die Besucherinnen von ihren üblichen Gartenbesucherfragen abzubringen, die da lauten: „Wie groß ist das Gelände?“, „Wann ist der Garten eröffnet worden?“, und sie zur Seele der Pflanzen zu führen. Charmant rät er den Gartengästen, nicht wie sonst sich unterhaltend – er wollte sicherlich nicht sagen: schnatternd – durch den Garten zu spazieren, sondern mit den Pflanzen ins Gespräch zu kommen. „Sie hören Ihnen zu.“


Denn jede Pflanze ist ein Lebewesen, das es zu würdigen gilt. Die Pflanze reagiert auf den Menschen, auf seine Aufmerksamkeit, seine Fürsorge, seine Liebe. Davon ist Antoine überzeugt. Diese „Philosophie der Aufmerksamkeit“, wie ich sie nennen möchte, erfüllt den ganzen Garten von Bois des Moutiers. Wenn jeder interessante Garten ein Geheimnis besitzt, so führt die Spur zum Geheimnis dieses Gartens direkt zu seinen Begründern, Antoines Vorfahren.

Und so empfindet man es als quasi selbstverständlich, dass der Pflanzenliebhaber Antoine Bouchayer-Mallet Spross einer äußerst illustren Familie ist. Wenn er von seinen Urgroßeltern erzählt, die 1898 das Anwesens Bois des Moutiers erworben hatten, spüre ich dessen Bewunderung und auch seine Verbundenheit mit ihnen.


Die Gründer des Pflanzenreiches

Sein Urgroßvater, Guillaume Mallet (1859-1945), entstammte einer protestantischen Bankiersfamilie aus dem Elsass, die sich wegen der Protestantenverfolgung in Frankreich zwischenzeitlich in die Schweiz geflüchtet hatte. Guillaume Mallet war ein künstlerisch veranlagter, sehr sensibler Mensch. Untauglich für eine Banker-Karriere. Dafür mit einer ausgeprägten Passion für Botanik und das Gärtnern.

„Meine Urgroßmutter Marie-Adélaïde Mallet war äußerst spirituell“, berichtet Antoine, „und zugleich erfüllt von der Idee der Schönheit und Harmonie.“ Antoine spricht von Marie-Adélaïdes „poetischer Vitalität“ – eine wunderbare Formulierung. Auch sie entstammte einer Bankiersfamilie. Im Geiste stelle ich mir dieses für ihre Zeit so außergewöhnliche Paar vor. Welche Früchte der Kreativität kann eine Verbindung solcher Menschen hervorbringen?

Die junge Familie benötigte ein Refugium und schuf Bois des Moutiers. Ein großes Haus mit sehr großem Garten, 12 Hektar – nicht, wie damals üblich, rein aus Prestigegründen. Es sollte keine Szenerie ihres Reichtums sein, sondern die konkrete Umsetzung ihrer Lebensphilosophie.

Arts-and-Crafts aus England
Die Mallets engagierten für das Haus den erst 29jährigen Architekt Edwin Lutyens (1869-1944). Im Stil der „Arts-and-Crafts-Bewegung“, einer Designentwicklung am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, baute und erweiterte der Engländer das normannische Haus um. Dabei spielten Kunsthandwerk, Einfachheit und Materialechtheit eine besondere Rolle. Das Motto: „Form follows function.“ Im Haus ist das an Details, wie zum Beispiel den handgefertigten Fensterbeschlägen aus Metall, zu erkennen.

„Arts-and-Crafts“ bedeutete Abkehr von der seelenlosen Industrialisierung des Designs. Die Bewegung bewunderte Häuser im alten englischen Stil. So wundert es also nicht, dass das Herrenhaus von Bois de Moutiers – zumindest von außen – wie ein altes englisches Landhaus wirkt. Für die Normandie eine sehr ungewöhnliche Gestaltung. Daher zieht das Ensemble nicht nur Garten- sondern auch Architekturinteressierte an.

Der später zum Ritter geschlagene Sir Edwin Lutyens sollte einer der bekanntesten Architekten des Britischen Empires werden. Er baute viele englische Landhäuser, hatte aber auch Aufträge für Neu-Delhi in Indien. Auch die Residenz des Britischen Botschafters in Washington D.C. im Stil eines englischen Herrenhauses stammt von ihm.


Für den Garten von Bois des Moutiers war die legendäre englische Gartendesignerin Gertrude Jekyll (1843-1932) verantwortlich. Lutyens stand am Anfang seiner Karriere, Jekyll hatte sich schon einen Namen gemacht. Eine fruchtbare Zusammenarbeit. In mehr als 30 Jahren schufen Jekyll und Lutyens gemeinsam in England zahlreiche Anwesen, wie zum Beispiel auch das bekannte Hestercombe in Somerset.

Die Queen der „Mixed Borders“
Das Markenzeichen des Teams Jekyll/Lutyens: Architekturelemente, auch Wege aus Backstein, verbunden mit üppigen Rabatten, Formales mit Lockerem gemischt, Abkehr von der viktorianischen Strenge im Blumenbeet. Gertrude Jekyll wurde zur Queen der „Mixed Borders“, breite Beete aus Stauden, Sträuchern, Blumen und Gräsern. Alles zusammen fügt sich zu einem blühenden Bild, das sich mit der Zeit beständig wandelt.

In Frankreich hat die große Dame der englischen Gartenkunst nur einen einzigen Garten gestaltet und das ist Bois des Moutiers. „So entstanden die ersten „Mixed Borders“ in Frankreich hier bei uns“, erklärt Antoine. Zwar hat Jekyll den Ort nie besucht, doch lieferte die Gartenspezialistin 1904 die Pflanzpläne für die einzelnen Gartenräume. Bis heute hat sich ihre Idee der Kombination der Pflanzen erhalten.

Die 7 als Symbol
Die Anlage ist in sieben Teilgärten angelegt, die sogenannten „chambres vertes“, die grünen Zimmer. Die Zahl 7 spielt im gesamten Anwesen, sowohl im Haus als auch im Garten, eine besondere Bedeutung. In der Symbolik gilt die Sieben als Zeichen für das Menschliche, als die Summe von Geist, Seele und Körper.

Die Garten-Zimmer haben immer eine Beziehung zum Inneren des Hauses. Das ist ein englisches Prinzip und war damals in Frankreich völlig unüblich. Der klassische französische Garten ist abgesetzt vom Haus. Der Mensch im Haus steht im Mittelpunkt, er ist danach das Wichtigste in der Welt.

Nicht so in Bois des Moutiers. Hier gehen Haus und Garten ineinander über. Der Garten wächst an das Haus heran, Pflanzen klettern an der Fassade hoch, fast als würden sie versuchen, in das Haus einzudringen und die Bewohner umarmen zu wollen. Garten und Haus wirken symbiotisch.

Grüne Gartenzimmer
Jedes Gartenzimmer hat seine eigene Perspektive und ist aber zugleich mit dem nächsten „chambre des verdures“ verbunden. „Pflanzenzimmer“ folgt auf „Pflanzenzimmer“. Dieses Prinzip folgt der Idee der Konversation. Unterschiedliche Niveaus bewirken, dass sich die Perspektive ständig ändert. Zugleich erzeugen die einzelnen Gärten eine große Perspektive.

Die Zusammenarbeit von Jekyll und Lutyens könnte man wohl als symbiotisch beschreiben. Sie hielt ein Leben lang. Einen letzten Freundschaftsdienst erwies Lutyens seiner einstigen Mentorin und Geschäftspartnerin, indem er 1933 ihren Grabstein gestaltete.

Location als Muse
Für viele Besucher ist Bois des Moutiers ein phantastischer Garten. Doch in der Welt gibt es viele außergewöhnliche Gärten. Was ist also das wirklich Besondere von Bois des Moutiers? Und warum hat sich ein Künstler wie Wenders diesen Garten als Drehort in Varengville-sur-Mer an der normannischen Küste ausgesucht?

Könnte es die außergewöhnliche Suggestion des Ortes sein, die er einfangen und nutzen wollte? Die Location als Muse! Wenn ein Ort dafür taugt, dann Bois des Moutiers, glaube ich. Suggestiv wird dieser grüne Kulminationspunkt verschiedenster geistiger Strömungen im Hintergrund des Films vermutlich seine ganz eigene Rolle spielen.

Das Besondere steckt im Unsichtbaren, in dem, was der aufmerksame Besucher eher spürt als sieht. „Bois des Moutiers hat eine philosophische Botschaft“, erläutert Antoine, „’Schaffe eine bessere Welt!’“ Um das zu erklären, muss Antoine weiter ausholen. „Lassen Sie uns besser setzen“, meint er, und wir nehmen mitten im Garten zwischen Blumen auf einer Parkbank Platz.

 

Theosophie
„Meine Urgroßeltern waren Anhänger der Theosophie“, erklärt Antoine. Diese Lehre geht auf auf Helena Blavatsky zurück. Die Adlige deutsch-russischer Abstammung wird als schillernde Figur geschildert, die weit in die Welt reiste: Indien, Tibet, Europa, Afrika und Amerika – und das im 19. Jahrhundert. 1875 gründete Blavatsky in New York die ‚Theosophische Gesellschaft’, welche spiritistische Phänomene wissenschaftlich erforschen wollte. „’Theosophie’ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet ‚göttliche Weisheit’“, sagt Antoine, der von Beruf Architekt ist.
„Helena Blavatsky ging es darum, die spirituelle Intuition des Menschen zu wecken und sich vom Materialismus und der blinden Wissenschaftsgläubigkeit, die sich im späten 19. Jahrhundert etablierten, abzuheben.“ Blavatsky, die zeitweise auch in Deutschland in Würzburg lebte, wird mit Begriffen wie Okkultismus, Esoterik, Geheimgesellschaften, Freimaurer, Zauberei, Geheimwissenschaft und esoterische Philosophie in Verbindung gebracht.

Wie eine frühe Vorläuferin des New Age schrieb sie – lange vor der Welle des großen Interesses für den Buddhismus am Ende des 20. Jahrhunderts – bereits über Karma und Reinkarnation. Auch Rudolf Steiner war ursprünglich Theosoph, bevor er dann die Anthroposophie begründete.

„Blavatsky wollte quasi den Nukleus einer universellen Gemeinschaft bilden. Letztendlich versuchte sie, die latente Kraft, die in der spirituellen Entwicklung der Menschheit liegt, zu fördern, quasi diesem zarten Pflänzchen gute Rahmenbedingungen zu geben“, erläutert Antoine weiter. „Und meine Urgroßeltern lebten diese Philosophie.“

Ort der Musen
Antoine zeigt mir im Haus einen winzigen Raum mit vielen Fenstern zum Park und Fernblick auf das Meer. „Hier meditierte Guillaume fünf Stunden täglich.“ Marie-Adélaïde und Guillaume Mallet führten ein offenes Haus. Große Künstler fühlten sich angezogen. Die französischen Schriftsteller Jean Cocteau und André Gide waren da. Die Komponisten Eric Satie und Claude Debussy spielten auf dem Flügel, der heute noch im Salon steht.

Dieser Salon ist das Herzstück des Hauses. Er wirkt wie ein Kirchenschiff: die Apsis mit riesigen Fenstern zum Garten, die Emporen der ersten Etage, wo sich die Schlafzimmer befinden, und vor allem die Malerei an den Wänden, wie eine religiöse Botschaft: Ringsherum, über mehrere Meter hoch, ist dort ein angedeuteter Wald in Ocker und Braun zu sehen, symbolistisch, mit suggestiver Wirkung, geheimnisvoll wie ein Bild des Malers Arnold Böcklin.

Der Salon der Künstler
Es lässt sich imaginieren, wie einst die Gäste durch diese außergewöhnliche Malerei sich auch im Haus in die Natur versenken konnten. Steckt hinter diesen Bäumen eine spirituelle Botschaft? Fast wirkt es, als sei die Natur längst in das Haus eingedrungen, von ihr gedanklich durchdrungen.

Bois des Moutiers verkörpert den Ort der Meditation, des Erweckens. Die Gestaltung im Hausinneren folgt dem Prinzip des Goldenen Schnittes, das schafft Harmonie. Die Räume innen, fast hypnotisch. Und im Garten spazierten einst die Künstler: Claude Monet, William Turner, Maurice Ravel, Virginia Woolf, Jacques Prévert. Bois des Moutiers ist für mich ein Gesamtkunstwerk.

Der Architekt Lutyens übrigens, verlor seine Frau an die Theosophen. Denn Lady Emily Lutyens, mit den Mallets eng befreundet, „konvertierte“ zur Theosophie. Das war wohl sein persönlicher Preis für Bois des Moutiers. Man erzählt sich, dass Lutyens aber dadurch mehr Zeit für seine spätere große Karriere gehabt hätte.

Wim Wenders
„Und Wenders? Wie lief es mit ihm? „Die Crew drehte mehrere Tage am Ort“, meint Antoine. „Submergence“ soll 2017 in die Kinos kommen. Es ist die Adaption des gleichnamigen Romans des schottischen Autors J.M. Ledgard. Der Schriftsteller hat früher als Kriegsreporter für den „Economist“ gearbeitet und lebt heute in Afrika.

Im Buch geht es um eine internationale Liebesgeschichte, die mit einer Romanze in Frankreich beginnt – in einem Hotel. Das Landhaus von Bois des Moutiers ist dieses Hotel, zumindest für den Film. Für die Dreharbeiten wohnten die Schauspieler auch im Haus. Alicia Vikander, die 2016 für ihre Rolle in „Danish Girl“ einen Oskar erhielt, spielt in „Submergence“ eine französisch-australische Meeresforscherin. Und James McAvoy einen Agenten, der in Somalia in die Gefangenschaft von Djihadisten gerät. In Momenten der Not und der Einsamkeit erinnern sie sich an ihre Romanze, damals in Frankreich, am Strand, in einem Hotel mit Garten…

Antoine Bouchayer-Mallet ist zur Diskretion verpflichtet. Details vom Dreh kann er nicht erzählen und Fotos vom Inneren des Hauses dürfen vor Fertigstellung des Films nicht veröffentlicht werden. Topsecret. Wenders möchte das Geheimnis des Ortes hüten und dann wohl mit einem Coup das Kinopublikum überraschen. *

Die Lage am Ärmelkanal
Bois des Moutiers befindet sich auf der Anhöhe einer Steilküste direkt am Ärmelkanal. Das englische Seebad Brighton liegt direkt auf der anderen Seite des Kanals. England, so nah, so intensiv sind seine Einflüsse auf die Kultur, die Architektur und die Gärten der Normandie. Das englische Grün scheint herüber zu schwappen.

Im Nebel versunken
Die Feuchtigkeit des Meeres schleicht sich ins Land. Dichter Nebel hängt im Park, der auf den ersten Blick englischer nicht aussehen könnte. An sonnigen Tagen soll das Blau des Meeres einen starken Kontrast zum Grün der Bäume geben. Doch jetzt ist die See nicht zu sehen. Kein Weitblick, so also die Konzentration auf das Hier, nicht auf das Da, der Blick nicht in die Ferne, sondern nach innen.

Waldgarten mit Raritäten
Der Park senkt sich sanft in Richtung Meer. Der weiße Nebelschleier verleiht dem Grün eine magische Stimmung. Pfade führen wie durch einen Zauberwald, vorbei an den unterschiedlichsten Bäumen und Gehölzen. Eine Kiefer gliedert sich in vier Stämme auf. Die gebogenen Äste der bis zu zehn Meter hohen Rhododendren umschlingen sich gegenseitig. Azaleen und Astilben, Iris und Kamelien, ziehen mit ihren bunten Blütenfarben die Blicke an.

Die Kirche im Wald
Eine Stelle nennt sich „Eglise“, Kirche. Da tut sich mitten im Wald eine Lichtung auf, länglich wie ein Kirchenschiff: rechts und links hohe Bäume – wie einzelne Kapellen in Barockkirchen. Vorne ein einzelner Baum – der Altar. Das Licht tritt von oben ein und erhellt den langsam zwischen den Ästen diffundierenden Nebel. Kann es für eine Andacht einen schöneren Ort geben?

Warum hier?
Und Wenders? Warum drehte er gerade hier? Er ist wohl der Magie des Landhauses und Gartens von Bois des Moutiers erlegen. Den Filmtitel „Submergence“ könnte man mit „Untertauchen“ übersetzen. Und Bois des Moutiers scheint geradezu ideal, um zu tauchen: untertauchen im Grün des Parks, abtauchen in die englische Atmosphäre der Garten-und Parkanlage und eintauchen in die fast rätselhafte Atmosphäre eines einzigartigen Landhauses.

Wie sieht die Zukunft des privaten Gartens aus? Antoine Bouchayer-Mallet ist einer von elf Eigentümern des Anwesens. Oft eine schwierige Situation. Einen National Trust wie in Großbritannien, der es erlaubt, Gebäude und Garten dem Staat zu übereignen und dabei dennoch Nutzungsrechte für die Familie zu wahren, gibt es in Frankreich nicht.

Die Vision
Vor seinem inneren Auge sieht Antoine längst die Zukunft des Familienortes. Seine Vision führt zurück zum Gedanken des Ursprungs. „Ich möchte Bois des Moutiers zu einem Treffpunkt für Künstler, Philosophen und Wissenschaftlern machen, zum Ort des gegenseitigen Gedankenaustausches“, erklärt er. „Da könnte ich mir auch einen kreativen Geist wie Wim Wenders gut vorstellen.“ Seine Augen strahlen. Antoines Urgroßeltern hätten diese Idee sicherlich goutiert, würde doch so ihr Geist in Bois des Moutiers in der Normandie intensiv weiterleben.

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Ort der Spiritualität im Park von Bois des Moutiers

*vonREISENundGAERTEN wird die Fotos vom Inneren des Hauses nach dem Erscheinen von „Submergence“ in 2017 veröffentlichen. Wir empfehlen Ihnen, vonREISENundGAERTEN kostenlos und unverbindlich zu abonnieren, um über neue Beiträge informiert zu werden.


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WAS IST NOCH GUT ZU WISSEN?

INFORMATIONEN: Les jardins du Bois des Moutiers,  F- 76119 Varengeville-sur-Mer, Route de l’Eglise, Tel. ++33 02 35 85 10 02, www.boisdesmoutiers.com

LAGE: Varengeville-sur-Mer liegt im Norden der Normandie, im Departement Seine-Maritime, nahe der Stadt Dieppe.
Dieses normannische Dorf ist absolut eine Reise wert. In Varengeville-sur-Mer hat man den Eindruck, dass ein Haus schöner ist als das andere. Hinter den verwitterten Mauern sind die großzügigen Refugien zu erahnen. Kein Neubau verschandelt das Ortsbild. Viele der Grundstücke und Straßen sind dicht bewachsen. Seit jeher zieht dieses normannische Dorf Künstler an. Claude Monet hat hier einige Bilder gemalt. Der Maler George Braque, Meister des Kubismus, baute sich ein Haus, entwarf die Fenster für die Kirche und wurde 1963 auf dem hiesigen Friedhof beerdigt.
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DER GARTEN: Park und Gärten von Bois des Moutiers sind Mitglied in folgenden französischen Gärten-Assoziationen:
La Fondation des Parcs et Jardins de France, www.parcsetjardins.fr
Association des Parcs et jardines de Haute-Normandie, www.arpjhn.net
Association des Parcs botaniques de Frances, http://apbf.asso.free.fr/

IN DER NÄHE: Unweit von Bois des Moutiers finden sich noch mehrere besuchenswerte Gärten, wie der Jardin Shamrock mit einer außergewöhnlichen Hortensiensammlung oder der Park von Vasterival.
www.hortensias-hydrangea.com
www.vasterival.fr

TIPP-ÜBERNACHTUNG:  Sehr geschmackvolle Gästezimmer (Chambre d’hotes) – einige historisch, einige modern eingerichtet – bietet Schloss Miromesnil aus dem 18. Jahrhundert in Tourville-sur-Arques. Chateau, Park und der außergewöhnliche Gemüsegarten bilden ein Ensemble, welches das Gartenfan-Herz tief erfreut.
www.chateauMiromesnil.com
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TIPP-SPEISEN: Gut essen kann man im „Le Bistrot des Barrières“ im nahegelegenen Dieppe direkt im Hafen bei lebendiger, authentischer Atmosphäre. Ich empfehle die Fischplatte. 5 Arc de la Poissonnerie, 76200 Dieppe, Telefon: +33 2 35 40 46 83

WEITERE INFOS ZUM REISELAND Frankreich: de.france.fr, zur Normandie: www.normandie-urlaub.com  (auf Deutsch)

TIPP-LITERATUR: Antoine Bouchayer-Mallet und Robert Mallet, Eric Sander (Fotos), Les jardins du Bois des Moutiers, ISBN: 978-2-84138-470-9, Ulmer-Verlag.  Das schmale Buch gibt mit seinen Bildern einen schönen Eindruck vom Garten.

Heidi Howcroft, Gartenreiseführer Normandie, ISBN: 978-3-421-03796-1, Deutsche Verlags-Anstalt, 2012.  Dieser Führer ist ein praktischer Begleiter im Handtaschenformat für eine Gartenreise in der Normandie.

 

 

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